Gartenfachberater

Gartenarbeiten im Monat Mai

 

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

im Monat Mai liegt der Schwerpunkt der Gartenarbeiten bei der Aussaat und Pflanzung.

Wenn Sie schon jetzt Pflanzen ins Beet gesetzt haben, sollten Sie beachten, dass zur Monatsmitte eventuell nochmals Nachtfröste auftreten können (die Eisheiligen). Die plötzlich auftretenden Temperaturschwankungen können starke Schäden an empfindlicheren Pflanzenteilen anrichten. Für den kurzzeitigen Kälteschutz reichen Vlies oder Reisig aus.

Gurken und Bohnen gehen nur in gut erwärmten Erdreich gleichmäßig und schnell auf. Die Bodentemperatur sollte bei ca. + 12 °C liegen. Vergessen sie nicht die Bohnen rechtzeitig anzuhäufeln.

Sobald die Bohnen gekeimt sind, kann auch das Bohnenkraut zwischen den Bohnenreihen ausgesät werden. Wenn die Pflanzen groß genug sind, können Sie laufend frische Triebspitzen zupfen oder das Kraut büschelweise abschneiden und trocknen. Tipp: Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern ist das Aroma beim Bohnenkraut während der Blüte am kräftigsten.

Stangenbohnen sollten nicht vor Mitte Mai gesät werden.Da sie sehr hartschalig sind und recht langsam keimen, sollten die Samen in lauwarmen Wasser vorgequellt werden.

Beim Anbau der Tomatenpflanzen sollten Sie möglichst einen Abstand von etwa 50 Zentimetern einhalten. Neben ausreichend Platz brauchen Tomaten auch regelmäßig und viel Wasser. Im Beet werden die Pflanzen tiefer, als sie im Topf standen gesetzt.

Lassen Sie einen Blumentopf mit Loch direkt neben der Tomatenpflanze in die Erde ein. Durch das indirekte Gießen bekommen Ihre Tomaten Wasser, ohne dass die Blätter durch Spritzwasser nass werden. In den heißen Monaten verdunstet zudem das Wasser nicht so schnell sondern gelangt schnell zu den Wurzeln der Pflanze. Außerdem sollten Sie möglichst mit Regenwasser gießen, da dieses kalkarmer ist. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie stets nur die Wurzeln und niemals die Blätter gießen, sonst droht Braunfäule.

Sobald der Boden und die Nächte ausreichend warm sind, können Sie Ihre Paprikapflanzen ins Freiland setzen. Sie sollten die noch dünnen Triebe dann gleich mit Stäben stützen, da sie bei Wind sonst leicht abknicken könnten. Die Pflanzen dürfen nicht austrocknen, sonst werfen sie die Blüten und Früchte ab. Außerdem sind die Pflanzen für laufende Düngung dankbar. Opfern Sie die erste Blüte, dann werden Sie bedeutend mehr Früchte bekommen.

Kohlfliegen legen ihre Eier an den Wurzelhals junger Kohlpflanzen. Um das zu verhindern, können Sie die Pflänzchen mit einem Kohlkragen versehen. Schneiden Sie aus unbedruckter Wellpappe runde Scheiben mit einem Durchmesser von ca. 15 cm aus. Machen Sie einen Schnitt bis zur Mitte, und dort einen runden Ausschnitt in Stängeldicke. Jetzt können Sie den Kragen um die Pflanzen legen.

Dill, Petersilie und Basilikum können nach den Eisheiligen direkt ins Freie gesät werden.

Im Möhrenbeet sind jetzt die ersten aufgegangenen Samen von der April-Aussaat zu sehen. Stehen die Möhren zu dicht nebeneinander, behindern sie sich gegenseitig und bilden nur dünne, kleine Möhren aus (wenn sie ein Saatband verwendet haben, wird  ihnen diese Arbeit erspart). Für die Möhren ist Dill ein angenehmer Begleiter. Er sorgt dafür, dass die Möhren noch aromatischer werden. Um einen reichen Ertrag zu erhalten, sollte das Beet immer gut feucht gehalten werden. Feucht, aber nicht nass, denn wer das gießen übertreibt, der riskiert, dass die Pflanzen zu viele Blätter entwickeln und die Möhren zu klein ausfallen.

Bei Rhabarber sollten Sie regelmäßig die Blütentriebe entfernen, sonst bleiben die Blattstängel klein und dünn. Idealerweise sollten Sie den ganzen Blütenstiel an der Basis herausdrehen. Würden Sie ihn nur abschneiden, würden die Reste faulen und der Pflanze schaden.

Bei Salatjungpflanzen kann sich bei zu häufigem Gießen schnell eine   Salatfäule entwickeln. Sie wird verursacht durch verschiedene Pilze, u.a. durch den Grauschimmel. Besonders bei Staunässe und dauerfeuchtem Boden in Verbindung mit hoher Luftfeuchte, wie z.B. im Folientunnel, Frühbeetkasten oder unter den Salathauben entwickeln sich die Pilze schnell. Zuerst faulen die Blätter in Bodennähe. Um dem Befall vorzubeugen sollte der Pflanzabstand nicht zu eng gewählt werden und die Salatpflanzen etwas höher gesetzt werden. Auch maßvolles Gießen ist wichtig.

Bei Trockenheit sind die Erdbeerbestände mehrmals intensiv zu wässern und nach der Blüte ist eine kontinuierliche Wasserversorgung unabdingbar.Bei früh blühenden Erdbeersorten sollten Sie zunächst noch auf das Mulchen mit Stroh verzichten, denn es behindert den Wärmenachschub aus dem Boden. Warten Sie besser bis nach der Blüte.

Wenn Sie das Stroh auslegen, sollten Sie gleich etwas Stickstoffdünger in den Boden einarbeiten. Er gleicht die Stickstoffmenge aus, die die Mikroorganismen bei der Zersetzung des Strohs aus dem Boden binden.

Knollensellerie sollte nicht vor Mitte Mai ins Freiland gepflanzt werden, da es sonst bei ungünstigen Witterungsbedingungen zu zahlreichen Schossern kommen kann.

Beerensträucher zählen zu den sogenannten Mullbodenpflanzen. Das bedeutet, ihre Wurzeln wachsen sehr flach unter der Oberfläche und sie bevorzugen einen feuchten und humosen Boden. Damit der Boden langfristig feucht bleibt, sollten Sie also mulchen. Dazu bedecken Sie die Erde am besten mit Laub, Kompost oder Rasenschnitt.

Himbeeren vertragen eine hohe mineralische Düngung nicht gut. Verwenden Sie deshalb besser Kompost (2–4 l/m²) oder speziellen Beerendünger (60–80 g/m²). Düngen Sie Sommerhimbeeren das erste Mal Ende April/Anfang Mai und dann noch einmal im Juni, Herbsthimbeeren nur einmal vor dem Austrieb.

Hängen Pflaumenbäume übervoll mit Früchten, bleiben diese kleiner und werden nicht so aromatisch. Durch ein frühzeitiges Ausdünnen des Fruchtbehangs wirken Sie dem jedoch entgegen. Sobald die jungen Früchte 1–2 cm groß sind, entfernen Sie diese so weit, dass je Zweig höchstens 15 Früchte pro laufenden Meter übrig bleiben.

Sobald Weinreben blühen, wird zur Schere gegriffen. Kürzen Sie zur besseren Lichtversorgung die Triebe ein Blatt hinter den Blütenständen ein.

Großfrüchtige Kiwisorten wachsen im Mai sehr stark. Die schon recht langen Jungtriebe sollten Sie Ende des Monats auf drei Blätter einkürzen. Aus diesen verbleibenden Blattachseln wachsen nun, angeregt durch den Rückschnitt, die fruchtbaren Kurztriebe, die dann im nächsten Jahr die Früchte tragen.

Wer einen schönen Rasen haben möchte, sollte diesen wöchentlich um etwa ein Drittel kürzen. Allerdings nicht kürzer als 4 cm schneiden.

Frischer Rasenschnitt ergibt eine gute Abdeckung im Gemüsegarten und unter Beerensträuchern, aber nur dünn auflegen, sonst schimmelt das Gras.

Auch die Pflege von Rosen gehört zur Gartenarbeit im Mai. Viele Sorten entwickeln in diesem Monat Wildtriebe, die Sie direkt am Stamm entfernen sollten, damit sie nicht noch einmal austreiben. Zudem sollten Sie im Mai sicherstellen, dass Ihre Rosen nicht vom gefürchteten Sternrußtau befallen sind. Falls sich die Rosenkrankheit, die an unregelmäßig geformten grauschwarzen Flecken zu erkennen ist, bemerkbar macht, sollte sie umgehend mit Fungiziden behandelt werden.

Bei Tulpen, Narzissen und den anderen Frühjahrsblühern (Zwiebel-gewächse) die Blätter unbedingt stehen lassen. Sie ziehen von allein ein. Das Abschneiden der verblühten Stiele verhindert, das sich Samen bilden kann und somit eine Schwächung der Zwiebel.

Flieder nach der Blüte zurückschneiden, verwelkte Rispen über dem nächsten Seitentrieb abschneiden.

Viel Erfolg bei den anstehenden Arbeiten wünschen Ihnen die

Fachberater Wolfgang Ackermann und Peter Uhlig.

www.kgv-sommerheim.de