Gartenfachberater

Gartenarbeiten im Monat April

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

bereits Mitte Februar blühten in diesem Jahr die ersten Forsythien.
Im vieljährigen Mittel gilt noch der 26. März als offizieller Blühbeginn, also eine Abweichung von über vier Wochen. Aber welche Folgen hat das milde Winterwetter für die Pflanzen? Größte Gefahr sind ganz klar Spätfröste, da die Pflanzen schon weiter ausgetrieben sind. Zwar sind unsere heimischen Pflanzen daran angepasst, indem sie über ausreichend Reserven für einen zweiten, wenn auch schwächeren Austrieb verfügen, doch sie werden dadurch anfälliger gegenüber weiteren Wetterumschwüngen und einem Befall durch Insekten und Pilze. Zudem können Bestäuber zur Blütezeit fehlen. Es gibt jedoch auch positive Auswirkungen. „Durch die längere Vegetationszeit verlängern sich auch die Anbauzeiten. Im Freiland kann früher ausgesät oder gepflanzt und im Herbst länger geerntet werden.
Des Weiteren gehen durch die milderen Winter die Auswinterungsschäden zurück, und Pflanzen mit geringerer Winterhärte können im Freien überwintert werden“, so Bianca Plückhahn vom DWD.

Hier ein paar Tipps und Informationen für den Monat April.

Beete vorbereiten: Ein gut vorbereitetes Beet ist wichtig, damit die Jungpflanzen leichter anwachsen können. Ziehen Sie das abgetrocknete Beet zunächst mit einer Harke eben und zerkleinern Sie dabei größere Erdklumpen. Danach sollte der Boden 14 Tage Zeit zum Setzen haben. Hat sich der Boden ungleichmäßig gesenkt, kurz vor der Aussaat noch einmal glatt harken und bei der Gelegenheit gekeimte Unkräuter entfernen.

Vlies zur Verfrühung bietet einen guten Schutz vor Frost, Wind und Schädlingen  und lässt ausreichend Licht und Wasser durch. Es ist aber nicht dehnbar, kann also nicht „mitwachsen“ und muss daher beim Verlegen entsprechend großzügig bemessen werden. Auch Loch- oder Schlitzfolien bieten ein gutes Kleinklima und können „mitwachsen“. Größter Nachteil ist jedoch, dass sie im Gegensatz zum Vlies meist nicht wiederverwendbar sind.

Radieschen können Sie von Frühjahr bis Herbst anbauen – über den Erfolg entscheidet aber die richtige Sortenwahl. Jetzt im April können Sie z.B. Frühlings- und Sommerradieschen aussäen.Üblicherweise wird direkt ins Beet gesät. Allerdings darf es nicht mehr zu kalt sein, da die Pflanzen sonst schossen. Temperaturen von 14 °C tagsüber und 12 °C nachts sind ideal.

Erdbeeren sollten Sie in der Regel erst nach der Ernte düngen, denn eine kräftige Frühjahrsdüngung würde sich negativ auf die Pflanzen auswirken. Bei zu viel Stickstoff bilden die Pflanzen mehr Laubmasse als Blüten und neigen zu Wurzelfäule. Außerdem schmecken überversorgte Früchte fade und sind anfälliger für Grauschimmel. Nur bei schwach entwickelten Pflanzen kann jetzt eine Düngung von max. 20 g/m² Hornspäne sinnvoll sein.

Salatpflanzen darf man nicht tiefer als bis zu den Keimblättern in den Boden bringen, sonst verfaulen sie am empfindlichen Wurzelhals.

Auch Kohlrabi wird eher höher gepflanzt. Der Stängel soll frei über dem Boden stehen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Knollen platzen.

Die Steckzwiebeln werden im Abstand von etwa 5 -10 cm in den Boden gebracht, der Reihenabstand sollte mindestens 20 cm betragen. Die Zwiebeln werden so weit in den Boden gesteckt, dass ihre Spitze gerade noch mit Erde bedeckt ist. Für ein besseres Anwachsen der Steckzwiebeln, diese einfach vorher in warmes Wasser legen.

Ab etwa Mitte April (Eine Bodentemperatur von 8 – 10 °C ist optimal) können Frühkartoffeln gelegt werden. Am besten verwendet man vorgekeimte Kartoffeln. Diese legt man in Reihen mit ca. 30 cm Abstand zueinander aus. Die Keimspitzen sollten dabei nach oben zeigen, aber etwa fünf Zentimeter mit Erde bedeckt sein.  Der Abstand zwischen den Reihen sollte mindestens 50 cm betragen. Nach dem Legen wird die Erde leicht angehäufelt. So bildet die Pflanze mehr Wurzeln und setzt mehr Knollen an. Drohen noch Spätfröste, schützt man das Kartoffelkraut mit Vlies.

Die vorbeugende Bekämpfung des Birnengitterrostes sollte erfolgen, sobald die ersten Blätter sichtbar werden.

Achten Sie auch auf die Spitzendürre bei den Kirschbäumen. Blüten, Blätter oder ganze Triebe von Kirschen fangen schon kurz nach der Blüte von der Spitze her an abzusterben und sehen wie verdorrt aus.

Neben den anfälligen Sauerkirschen (insbesondere der Sorte Schattenmorelle) können auch Mandelbäumchen, Süß- und Zierkirschen sowie Aprikosen und Pfirsiche befallen werden.

Zur Bekämpfung verwenden Sie am Besten ein geeignetes Pilzbekämpfungsmittel und schneiden Sie die erkrankten Triebe bis ins gesunde Holz zurück.

Die ersten zarten Rhabarberstängel, die ab Ende April erntereif sind, haben das beste Aroma. Um die Pflanzen nicht unnötig zu schwächen, sollten bei jüngeren Pflanzen nur alle zwei bis drei Wochen einige Stängel geerntet werden. Bei kräftigen Pflanzen ist auch ein kürzerer Abstand möglich. Faustregel: Mindestens zwei Drittel der Stängel und Blätter müssen stehen bleiben. Drehen Sie also höchstens drei bis fünf der kräftigsten Stängel mit einem Ruck möglichst direkt an der Basis heraus. Blüten sollten immer sofort entfernt werden, da sie den Pflanzen unnötig Kraft kosten.

Im Frühling ist die Zeit gekommen, den Kompost umzusetzen. Das Umsetzen fördert die gleichmäßige und schnelle Verrottung.

Obstbäume und Beerensträucher sind dankbar für eine Nährstoffgabe im Frühling. Streuen Sie spätestens Anfang April auf jeder Baumscheibe etwa drei Liter Kompost pro Quadratmeter aus. Er enthält viel Kalium und Kalzium – Nährstoffe die für die Fruchtbildung förderlich sind. Heidelbeeren vertragen als Moorbeetpflanzen keinen Kompost.

Thymian, Lavendel, Salbei, Bergbohnenkraut und Oregano sind botanisch gesehen Halbsträucher und verholzen deshalb an der Basis. Damit die Pflanzen nicht überaltern und mit der Zeit auseinanderfallen, sollten sie im Frühjahr etwa ein Drittel bis maximal zwei Drittel zurückgeschnitten werden.

Zu Beginn des Austriebs im Frühjahr machen sich die Raupen der Obstbaumgespinstmotte, die in zwei Arten an Obst- und Laubgehölzen wie Apfel, Birne, Pflaume vorkommen über die frischen Blätter und Blüten her.

Zu diesem Zeitpunkt sind die Raupen noch ohne schützendes Gespinst, sodass Sie sie z.B. mit einem selektiv wirkenden biologischen Pflanzenschutzmittel bekämpfen können. Denn sobald sich die Raupen mit Blättern und Blüten eingesponnen haben, sind sie geschützt und nicht mehr erreichbar. Ab diesem Stadium bleibt nur noch das Ausschneiden und Vernichten der Gespinste mit den Raupen als Bekämpfungsmethode übrig.

Jetzt wird es auch Zeit den Rasens zu mähen. Dabei sollte er maximal um ein Drittel gekürzt bzw. nicht kürzer als 4 cm geschnitten werden.

Der April ist günstig, um Gurkengewächse bei Zimmertemperatur vorzuziehen. Gurken, Kürbisse, Zucchini und Melonen sind äußerst empfindlich gegen Wurzelschäden. Man sollte sie daher nie pikieren oder aus Kistchen auspflanzen, sondern besser in Topfplatten oder Töpfe säen, jeweils zwei bis drei Samen pro Topf. Die stärkste Pflanze bleibt dann stehen.

Gutes Gelingen, auch unter eventuell erschwerten Bedingungen wünschen Ihnen die Fachberater

Wolfgang Ackermann und Peter Uhlig.

                                  

                                       www.kgv-sommerheim.de